Der Tamilische Widerstand

Veröffentlicht: Juni 17, 2014 in Allgemein

tamil_plakat_kleinSri Lanka, die Perle des indischen Ozeans, liegt circa 30 km Südlich von
Indien. Die Insel beherbergt zwei Völker unterschiedlicher Kultur,
Religion und Ethnie. Singhalesen im Süden und Westen und Eelamtamilen im
Norden und Osten der Insel leben seit jeher territorial abgegrenzt
voneinander. Vor Ankunft der Kolonialisten existierten das tamilische
Königreich und das singhalesiche Königreich, die jedoch im Rahmen der
Kolonialisierung von den Briten zu einer Administrationseinheit
zusammengeführt wurden.
Diese Verwaltungsstruktur wurde auch nach der Unabhängigkeitserklärung
im Jahre 1948 nicht rückwirkend umgeändert. Die Folge ist die bis heute
andauernde Unterdrückung und der Völkermord der Eelamtamilen seitens der
chauvinistisch, national geprägten singhalesischen Regierung.
Kontinuierliche Gewalttaten der srilankischen Regierung gegenüber den
Tamilen sind seit 1948 in regelmäßigen Abständen zu verzeichnen. Der
srilankische Präsident beendet die Gleichstellung der Tamilischen
Sprache und begann mit der Benachteiligung in der Sprache, Bildung und
Arbeit. Zahlreiche tamilische Beamten verloren dadurch ihren
Arbeitsplatz. Tamilen entgegnen der Ungerechtigkeit mit friedlichen
Protesten und Hungerstreiks, die jedoch zumeist blutig niedergeschlagen
wurden. Es kommt zu ständigen Übergegriffen gegen das eelamtamilische Volk.
Im Juli 1983 erreichten die Gewaltübergriffe einen Höhepunkt, als über
3000 Tamilen auf offener Straße verfolgt und getötet wurden. Parallel
dazu wurden tamilische Häuser und Geschäfte angezündet und zerstört.
Hundetausende Tamilen fliehen ins Ausland. Der bewaffnete Widerstand war
somit ein unausweichlicher Schritt, um das tamilische Volk vor der
Ausrottung zu schützen. Beide Kriegsparteien haben 30 Jahre lang heftige
Kämpfe geführt. Der 30 Jahre andauernde Bürgerkrieg wurde ohne Rücksicht
auf Zivilisten im Jahr 2009 durch das sri-lankische Militär mithilfe von
ausländischer Hilfe blutig niedergeschlagen. Laut internen UN Berichten
sollen über 70.000 tamilische Zivilisten getötet worden sein. Der
Bischof der Region Mannar zählt 146.000 spurlos verschwundene Menschen.
Die Tamilen leben heute in ständiger Angst vor Verschleppungen,
Vergewaltigungen und Besitzbeschlagnahmungen. Die Welt-Gemeinschaft
schweigt über einen im 21. Jahrhundert ausgeübten Genozid. Eine
internationale Kriegsuntersuchung hat bis heute nicht stattgefunden. Die
Tamilen fordern daher eine internationale unabhängige Untersuchung der
Geschehnisse, sowie der gegenwärtigen Situation und die Bestrafung der
Beteiligten am Genozid der Eelamtamilen.
| 18.06.14 | 19 Uhr | Uni im ZHG 102 |
Veranstaltet von:
Tamil Youth Organisation – Göttingen
Verband der Studierenden aus Kurdistan – YXK Göttingen
Unterstützt durch die Rote Hilfe E.V. OG Göttingen

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